Schieds- & Mediationsverfahren
Schieds- & Mediationsverfahren

Schieds- & Mediationsverfahren

Zur Vermeidung einer langwierigen gerichtlichen Klageverfahrens bieten sich unter Umständen ein durch Sachverständige geführtes Mediations- oder ein Schiedsverfahren an. Hierbei können wir Sie unterstützen.

Die hauptsächlichen Merkmale derartiger Verfahren sind:

  • Voraussetzung hierfür ist ein rein technischer streitiger Sachverhalt
  • Vermeidung langwieriger Rechtsstreitigkeiten
  • kostengünstige Verfahren
  • neutrale, eindeutige, substantiierte Ermittlung von ggfls. vorhandenen Mängeln und deren Schadenshöhen
  • bei Mediation Vermittlung auf sachverständig/technischer Grundlage
  • bei Schiedsverfahren Schlichterspruch durch neutralen Sachverständigen

Hintergrundinformationen

Sie als Auftraggeber sind der Auffassung, dass eine handwerkliche Leistung nicht ordnungsgemäß und zu unberechtigt hohen Kosten ausgeführt wurde?

Oder:

Sie als Ausführender erhalten nicht den dem Auftraggeber in Rechnung gestellten Betrag, da Mängel an Ihrer Leistung und in der gestellten Rechnung behauptet werden?

Die Lösung dieses Streitfalles kann entweder durch eine Einigung untereinander, durch das Führen eines Rechtsstreits oder durch ein Mediations- oder Schiedsverfahren erfolgen. Die sicher beste Lösung ist, sich untereinander zu einigen, was jedoch häufig aufgrund von unüberbrückbaren Differenzen in Bezug auf die Mängeldefinition sowie der Höhe des streitigen Betrages nicht gelingt.

Aus über 1.000 von uns als Sachverständige bearbeiteten baulichen Rechtsstreitigkeiten haben wir die Erfahrung gemacht, dass nahezu alle derartigen Rechtsstreitigkeiten entweder als Vergleich enden oder in dem Urteil jeder der Parteien teilweise entsprochen wird, was im Ergebnis einem Vergleich ähnelt. Nur wenige Fälle haben wir tatsächlich gesehen, in denen ein Urteil zu 100% zugunsten einer Partei ausgeht. Bauliche Rechtstreitigkeiten dauern dazu u. U. mehrere Jahre und verschlingen weitere Kosten für das Gericht, die gerichtlichen Sachverständigen, die Anwälte und letztlich auch Arbeitszeit und verschleißen die Nerven beider Parteien. Auch die Rechtsvertreter sehen bei kleineren Streitsummen und damit geringen Honoraren lange Verfahrensdauern nicht gerne.

 

Ablauf

Sofern juristische Erwägungen nicht dagegen sprechen und es sich bei den Streitpunkten um rein technische Sachverhalte handelt, so kann zur Vermeidung eines gerichtlichen Rechtstreites versucht werden, durch Sachverständige ein Mediations- oder ein Schlichtungsverfahren durchführen zu lassen. Diese Verfahren können selbstverständlich auch in Begleitung von Rechtsvertretern auf beiden Seiten stattfinden, was wir i.d.R. auch anraten. Der typische Ablauf derartiger Verfahren ist folgender:

  • Die Parteien einigen sich auf einen Sachverständigen und formulieren einvernehmlich die konkreten Fragestellungen, die durch den Sachverständigen beantwortet werden sollen.
  • Der Sachverständige führt die erforderlichen Untersuchungen und Beurteilungen durch. Die Ergebnisse der Untersuchungen, ggfls. auch Zwischenergebnisse, werden den Parteien in Form eines Gutachtens oder auch in Form einer mündlichen, IT-unterstützten Präsentation vorgestellt und gemeinsam erörtert. Der Ausdruck der Präsentationsfolien dient hierbei als schriftliche Ausarbeitung, die beiden Parteien übergeben wird.
  • In einem Mediationsverfahren ist der Sachverständige bestrebt, zu vermitteln und die beiden Parteien auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse aufeinander zuzubewegen um letztlich eine einvernehmliche Einigung zu erzielen. Hierzu können durchaus mehrere Gespräche erforderlich werden. Endet das Mediationsverfahren ohne eine Einigung, so bleibt i.d.R. dann nur noch der Rechtsstreit zur Klärung übrig. Ein Mediationsverfahren birgt insofern nicht die Gewähr für eine gütliche Einigung.
  • In einem Schlichtungsverfahren einigen sich die Parteien zu Beginn des Verfahrens darauf, die Untersuchungsergebnisse des Sachverständigen jeweils zu akzeptieren und danach zu handeln. In diesen Fällen wird häufig ein nachfolgender Rechtsstreit vertraglich ausgeschlossen.

Welchem der beiden Verfahren der Verzug zu geben ist, hängt nach unseren Erfahrungen von den jeweiligen streitigen Sachverhalten und auch von dem Verhältnis der Parteien zueinander ab. Sind die Parteien z. B. sehr, zudem auch emotional zerstritten, so verspricht ein Mediationsverfahren wenig erfolgreich zu werden. Sind die Parteien gesprächsbereit und bestrebt auch weiterhin Geschäftskontakte zu pflegen, so kann das Mediationsverfahren eine sehr gute Wahl sein.

Ausdrücklich darauf hinweisen müssen wir, dass es sich bei den vorbeschriebenen Mediationsverfahren und Schiedsverfahren um von uns als technische Sachverständige federführend gestaltete Verfahren handelt und nicht um Verfahren unter Juristen oder gar an Gerichten.