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Energieaudit

Energieaudit

Auf der Basis der europäischen Energieeffizienz-Richtline (2012/27/EU) wurde in Deutschland das Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) geändert. Diese Änderung trat im April 2015 in Kraft und ist ein Teil des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE).

Hiernach sind durch alle Unternehmen, die nicht zum Kreis der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Sinne der Empfehlung der EU-Kommission 2003/361/EG gelten, erstmalig bis zum 05.12.2015 und danach mindestens alle 4 Jahre ein Energieaudit durchzuführen.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat die Pflicht, in Stichproben die Durchführung der Energieaudits zu kontrollieren.

Wir führen diese Energieaudits für Sie durch.

KMU oder Nicht-KMU?

Sind Sie verpflichtet, ein Energieaudit durchzuführen?

Vereinfacht dargestellt ist ein Unternehmen ein Nicht-KMU, wenn 250 oder mehr Personen beschäftigt werden oder, wenn weniger als 250 Personen beschäftigt werden, aber mehr als 50 Mio. EUR Jahresumsatz und mehr als 43 Mio. EUR Jahresbilanzsumme bestehen.

Für öffentliche Unternehmen sowie Partnerunternehmen, Beteiligungen usw. gelten besondere Regelungen. Wenn ein Unternehmen eines der folgenden gültigen und zertifizierten Managementsysteme aufweist, in denen 90% des Energieverbrauches erfasst sind, dann entfällt die Pflicht zum Energieaudit:

  • Energie-Managementsystem nach DIN EN ISO 50001
  • Umwelt-Managementsystem nach der Verordnung EG 1221/2009 des EU-Parlaments
  • Ein Mischsystem aus Energie- und Umwelt-Managementsystemen

Die Durchführung des Energieaudits muss den Anforderungen der DIN EN 16247 Energieaudits – Teil 1: Allgemeine Anforderungen entsprechen. Gemäß der DIN EN 16247-1 ist ein Energieaudit eine systematische Inspektion und Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauchs einer Anlage, eines Gebäudes, eines Systems oder einer Organisation mit dem Ziel, Energieflüsse und das Potenzial für Energieeffizienzverbesserungen zu identifizieren und über diese zu berichten.

Ablauf

1. Erstgespräch

Hierbei werden die Rahmenbedingungen der Beratung festgelegt. Insbesondere werden die mit der Beratung verbundenen Ziele und Erwartungen bestimmt sowie die Kriterien, an denen Energieeffizienzmaßnahmen gemessen werden sollen.

2. Kick-Off-Besprechung

Hier werden insbesondere die zu liefernden Daten, Anforderungen an Messungen und Vorgehensweisen für die Installation von Messausrüstungen erörtert. Ferner wird die konkrete Abstimmung über die praktische Durchführung des Energieaudits geklärt. Dazu gehört, dass das Unternehmen eine für die Begleitung des Energieaudits verantwortliche Person benennt.

3. Datenerfassung

In dieser Phase erfassen wir Informationen und Daten wie beispielsweise über die Energie verbrauchenden Systeme, Prozesse und Einrichtungen und die quantifizierbaren Parameter, die den Energieverbrauch beeinflussen. Vorherige Untersuchungen im Unternehmen in Bezug auf Energie und Energieeffizienz sowie Energietarife, aber auch Konstruktions-, Betriebs-und Wartungsdokumente und relevante Wirtschaftsdaten werden hierbei berücksichtigt.

4. Vor-Ort-Aufnahmen

Wir begehen hierbei alle relevanten Gebäude und Anlagenteile, um den Energieeinsatz zu evaluieren und Bereiche und Prozesse zu ermitteln, wo zusätzliche Daten benötigt werden. Wir nehmen Arbeitsabläufe sowie das Nutzerverhalten, soweit dieses Einfluss auf den Energieverbrauch und die Effizienz hat.

5. Analyse

Die in den vorherigen Phasen gesammelten Informationen, Daten und Erkenntnisse werden den einzelnen Verbrauchsstellen zugeordnet und analysiert. In dieser Phase stellen wir die bestehende Situation der energiebezogenen Leistungen fest und bestimmen nach festgelegten Kriterien Ansätze zur Verbesserung der Energieeffizienz.

6. Untersuchungsbericht

In dem Untersuchungsbericht werden sämtliche aufgenommenen Daten und sonstige Informationen, nach Gebäuden, Anlagengruppen und Anlagen unterteilt dargestellt und wo sinnvoll grafisch aufbereitet, so daß eine übersichtliche Struktur der Verbräuche sichtbar wird. Die ermittelten Untersuchungsergebnisse werden zusammenfassend mit folgenden Inhalten dargestellt:

  • Empfehlungen und Plänen zur Umsetzung,
  • Annahmen, die für die Berechnung der Einsparungen verwendet wurden,
  • Informationen über anwendbare Zuschüsse und Beihilfen,
  • geeigneter Wirtschaftlichkeitsanalyse,
  • Vorschlägen für Mess-und Nachweisverfahren für eine Abschätzung der Einsparung nach der Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen,
  • möglichen Wechselwirkungen mit anderen vorgeschlagenen Empfehlungen und
  • Schlussfolgerungen.

7. Abschlussbesprechung:

Den Untersuchungsbericht erstellen wir i.d.R. in der Form einer Powerpoint-Präsentation , die auch als Basis der mündlichen Vorstellung und gemeinsamen Erörterung der Ergebnisse dient.